Samstag, 13. Februar 2016

Proben zum neuen Konzert beginnen

Im kommenden Sommersemester werden wir uns den „Prophetiae Sibyllarum“ widmen. Die 12 „Sibyllinischen Gesänge“ von Orlando di Lasso zählen zu den rätselhaftesten Chorwerken der Renaissance. Ihre hochkomplexe Struktur mit zahlreichen chromatischen Wendungen dient nicht so sehr dem dramatischen Ausdruckswillen, wie vergleichbare italienische Werke von etwa Marenzio, Gesualdo oder Monteverdi, sondern vielmehr vermittelt Lasso in seinen Gesängen den Eindruck von exotischer Fremdheit, die aber gleichzeitig seltsam natürlich wirkt.
Nach neuesten Forschungen wurde der Komponist zu seiner Komposition von Aufzeichnungen der antiken Gesänge von griechischen Priesterinnen inspiriert, die er in der Vatikanischen Bibliothek kennengelernt hatte. So sind in den „Prophetiae Sibyllarum“ möglicherweise viel ältere Melodien überliefert, die Lasso in kongenialer Weise im vierstimmigen Satz gefasst und ganz eigenständig gestaltet hat.

Wir werden unsere nächsten Konzerte diesem rätselhaften Werkzyklus widmen und ergänzen ihn durch die Lesung von Rainer Maria Rilkes „Duineser Elegien“, welche in ihrer unmittelbaren komplexen Dichte die fast 400 Jahre älteren Chorwerke auf verblüffende Weise ergänzen.

Unsere Konzerte werden voraussichtlich am 24./25. September 2016 stattfinden.

Freitag, 15. Januar 2016

Konzert "The Art of Polyphony"

Wir freuen uns nach über einem Jahr unser kommendes Konzert "The Art of Polyphony" ankündigen zu dürfen. Es wird unser erstes Konzert unter Leitung von Michael Hartenberg sein, der Mitte 2015 die Chorleitung von David Mesquita übernommen hat.

Das Programm ist eine Collage mit Werken von Palestrina, Josquin, Monteverdi, Bárdos, Kodály und Duruflé dazu gesellen sich ausgefallene Texte zum Hinhören und Nachdenken über das Thema "Licht".

Samstag, den 30. Januar 2016 um 19:00 Uhr
in der Evangelischen Kirche in Kirchzarten

Sonntag, den 31. Januar 2016 um 17:00 Uhr
in der St. Michaelskapelle in der Karlstraße 39 in Freiburg

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und danken der Stadt Freiburg und Grimm-Küchen für die finanzielle Unterstützung unseres Ensembles!

Montag, 27. Juli 2015

Michael Hartenberg als neuer Chorleiter

Mehrere Chorleiterinnen und Chorleiter haben wir angefragt und zu einem Probe-Dirigat eingeladen. Besonderen Wert haben wir darauf gelegt, dass wir jemanden finden, der sich mit der altern Musik auskennt, und freuen uns nun besonders, dass Michael Hartenberg bereit ist uns als Chorleiter zu übernehmen. Er ist erfahrener Chorleiter mehrerer Chöre und gründete und leitet die http://www.chorakademie-freiburg.de.

Seit fast einem Monat ist die Probenarbeit nun wieder aufgenommen und es formt sich langsam ein neues Konzert. Wir haben bisher keine Abgänge zu beklagen und freuen uns auch weiterhin über neue Sängerinnen und Sänger.

Dienstag, 30. Juni 2015

David Mesquita verlässt das Tallis Ensemble

Schweren Herzens verlässt uns David Mesquita, der das Tallis Ensemble vor ziemlich genau 10 Jahren von Matthias Killian übernommen und seither geleitet hat. Er möchte sich mehr Freiraum für sich und seine Familie schaffen, und braucht auch mehr Zeit für ein Buch-Projekt, in dem er beteiligt ist. Dass er nun das Tallis-Ensemble als Leiter verlässt, ist das Resultat eines schwierigen Abwägungsprozesses, bei dem vielleicht auch der wirtschaftliche Aspekt ein Zünglein an der Waage war. Künstlerisch, betont er, habe er die Arbeit mit dem Tallis-Ensemble immer als wohltuend erlebt.

Wir haben uns Ende Juni bei unserem Sommergrillfest offiziell von David verabschiedet. Und ihm neben vielen guten Glückwünschen auch einen großen Korb mit kulinarischen Leckerbissen (quasi eine "Delikatessen-Ensalada") mit auf den Weg gegeben. Wir verlieren mit David Mesquita einen Chorleiter, der sich in der alten Musik auskennt, der auch die historische Aufführungspraxis angewandt sehen will und der auch in der musikalischen Gestaltung Wert darauf legt, so nah wie möglich am originalen Klang zu sein. Wir sind Ihm dankbar für alles was er uns lehrte und die vielen schönen Konzerte, die er mit uns gestaltet hat. Wir hoffen das Beste für ihn und wünschen ihm und seiner Familie beruflich und privat viel Erfolg und alles Gute.

Mit einem neuen Chorleiter verändert sich die musikalische Arbeitweise. Nicht immer so, dass alle Sängerinnen und Sänger das akzeptabel finden. So kann ein Wechsel des Chorleiters auch das Gesicht eines Ensembles verändern. Wir sind gespannt wie sich das Tallis-Ensemble mit einem neuen Chorleiter verändern wird.

Freitag, 31. Oktober 2014

Konzert mit Joan Boronat Sanz

Wir freuen uns für unser Konzert am 8. und 9. November 2014 Joan Boronat Sanz als Organisten gewonnen zu haben. Er absolvierte seine musikalische Ausbildung an den Musikhochschulen ESMUC in Barcelona und der Schola Cantorum Basiliensis in der Schweiz. Auf Konzerttourneen in Spanien und Europa zeigte er sich als aufgeschlossener und begabter Musiker, der sich nicht nur den poetischen und rhetorischen Möglichkeiten des Basso continuo in der Musik widmete, sondern auch die solistischen Auftritte suchte.

Er studierte Orgel, Cembalo, Generalbass und Kammermusik bei Andrea Marcon, Lorenzo Ghielmi, Jörg-Andreas Bötticher, Jesper Christensen, Anthony Rooley, Chiara Banchini und vielen anderen. Desweiteren arbeitete er ausgiebig mit mehreren auf alte Musik spezialisierten Ensembles zusammen wie La Cetra Barockorchester Basel (Andrea Marcon), Concerto Köln, Musica Fiorita (Daniela Dolci), Tunelanders, Capella Joan Baptista Comes, Ensemble Troparion und Galantassia.

Nach Beendigung des Basso continuo- und Early Music Performance-Masters erforschte er die Aufführungspraxis des spanischen Basso continuo und verbindet seine ausgeprägte Konzerttätigkeit mit der Anstellung als Cembalo- und Orgelkorrepetitor an der Schola Cantorum in Basel.

Blog von Joan Boronat Sanz

Sonntag, 12. Oktober 2014

Konzert: Werke aus der Familie Bach

Konzert: Werke aus der Familie Bach

Flyer Werke aus der Familie Bach
Das kommende Konzert des Tallis-Ensemble Freiburg ist ganz der Familie Bach gewidmet. Den Kern des Programms bilden die beiden großen Choral-Motetten „Jesu, meine Freude“ von Johann Sebastian Bach und „Befiehl Du deine Wege“ von seinem Schwiegersohn und Schüler Johann Christoph Altnikol. Geistliche Arien von Carl Philipp Emmanuel Bach und Orgelwerke aus der Familie Bach ergänzen das Programm.

„Jesu, meine Freude“ wurde vermutlich für eine Begräbnis- oder Gedächtnisfeier komponiert und basiert auf dem gleichnamigen Kirchenlied von Johann Franck. Die Strophen des Kirchenliedes kehren während der Motette als eine Art „Ritornell“ immer wieder zurück – mal näher zur originalen Choralform, mal stärker variiert. Dazwischen setzt Bach freiere Abschnitte, die Texte aus dem Römerbrief vertonen. Bach bedient sich dabei an zahlreichen rhetorisch-musikalischen Mitteln, die dem Text eine starke dramatische Dimension verleihen – und trotzdem behält das Werke als Ganzes eine starke Einheit im Affekt.

Altnikols „Befiehl Du deine Wege“ ist von der Gesamtdisposition her ganz direkt mit der Motette seines Lehrers verwandt. Als Vorlage dient das gleichnamige Kirchenlied von Paul Gerhard, das im Laufe der Motette mit verschiedenen Techniken verarbeitet wird. Einige Verse sind relativ „streng“ komponiert, zum Beispiel als Fuge oder als kontrapunktische Verarbeitung der Choralmelodie und erinnern tatsächlich stark an den Stil seines Lehrers. Dazwischen kommen freiere Verse, die sich deutlich an dem empfindsamen Stil von Carl Philipp Emmanuel Bach orientieren und manchmal sogar frühromantische Züge aufweisen. So zeigt Altnikol insgesamt eine breitere Palette an Stilen und Affekten als die Motetten seines Lehrers Johann Sebastian Bachs.

Samstag, den 8. November 2014 um 20:00 Uhr
in der Kirche St. Andreas in Freiburg-Weingarten

Sonntag, den 9. November 2014 um 18:00 Uhr
in der Stadtkirche St. Alexius in der Hauptstraße in Herbolzheim

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Dienstag, 29. April 2014

Proben zum neuen Programm begonnen

Die Proben zu unserem neuen Programm haben begonnen: Wir lesen die Motette BWV 227 "Jesu, meine Freude" von Johann Sebastian Bach. Einige von uns dürften sich recht gut an das Stück erinnern, denn wir haben die Motette vor ein paar Jahren schon einmal aufgeführt. Die Motette wird Teil unserer Konzerte am 8. und 9. November 2014 sein.

Wir proben regelmäßig Montags um 20 Uhr in Zoologie 1 der Universität Freiburg. Mitsängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen. Am 5. Mai 2014 fällt unsere Probe jedoch ausnahmsweise aus.